Bildung 2030 – veränderte Welt. Fragen an die Bildungspolitik

 

(1. Auflage 2017)
Gutachten des Aktionsrats Bildung (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft)

… „Sekundäranalysen auf der Grundlage von Daten der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) 2011 und der aufgezeigten Entwicklungen in der „Trends in International Mathematics and Science Study“ (TIMSS) 2011 boten einen Einblick in die schulische Medienbildung in Deutschland im Bereich der Primarstufe (vgl. Eickelmann u. a. 2014a). Dabei zeigte sich im Hinblick auf kompetenzförderliche Effekte des Medieneinsatzes, dass Grundschülerinnen und Grundschüler in Deutschland, in deren Unterricht mindestens einmal wöchentlich Computer eingesetzt wurden, in den Domänen Mathematik und Naturwissenschaften statistisch signifikant niedrigere Kompetenzen aufwiesen als jene Grundschulkinder, die seltener als einmal pro Woche Computer im Unterricht nutzten (vgl. Kahnert/Endberg 2014).“ … (Seite 78)

(15.11.2016)
Deutscher Lehrerverband Präsident zur aktuellen Debatte um Digitalisierung von Bildung 

„Ich bin für etwas mehr Realitätssinn und etwas weniger Euphorie in dieser Sache. Die Erziehung junger Menschen zu medienmündigen Bürgern ist natürlich eine neue Aufgabe für die Schule. Es ist auch sinnvoll, dass in den weiterführenden Schulen das Pflicht- oder zumindest das Wahlpflichtfach Informatik eingeführt wird. Keineswegs möchte ich die Digitalisierung bereits in der Grundschule. In besonderen Masse freilich wünsche ich eine optimale Hard- und Software-Ausstattung für die berufsbildenden Schulen. Ansonsten ist Bildung zum mündigen Umgang mit den digitalen Möglichkeiten eine Querschnittsaufgabe, die alle Schulfächer, freilich in unterschiedlicher Weise zu erfüllen haben. Keinesfalls wird digitalisierter Unterricht den herkömmlichen Unterricht ersetzen können, er wird ihn nur ergänzen. Es gibt auch keine Studie weltweit, die eine Überlegenheit digitalisierten Unterrichts gegenüber dem herkömmlichen Unterricht bestätigen würde. Bei aller Euphorie in Sachen Digitalisierung darf man nicht übersehen, dass eine solcher Unterricht den zwischenmenschlichen Diskurs, den jeder Unterricht braucht, einschränkt und dass Schüler damit dazu verführt werden können, nur noch Informationshäppchen zu recherchieren und zur Kenntnis zu nehmen. Dass es vor allem die großen IT-Firmen und deren Stiftungen sind, die eine Digitalisierung von Schule fordern, sollte man auch kritisch reflektieren.“

www.srf.ch (11.09.2017)
Laptops, Tablets und Smartphones gehören zum Bild jedes Hörsaals. Was als Lernhilfe gedacht ist, kehrt sich oft ins Gegenteil. Verschiedene Studien kommen zum Schluss, dass die Geräte dem Lernen mehr schaden als nutzen.

www.br.de (20.07.2017)
Die Ausrüstung für digitale Bildung wird in Deutschland in den kommenden 5 Jahren 5Mrd Euro verschlingen. Und was ist der Nutzen? (Sendung „Quer“ ab der 35. Minute)