Die ursprüngliche Definition von Digitalisierung ist die Umwandlung von analogen Inhalten in eine digitale Form. Diese Definition ist allerdings schon lange überholt und der Begriff der Digitalisierung steht nicht nur für eine, enorm schnell voranschreitenden technische Entwicklung sondern auch für eine einschneidende Veränderung unserer Lebensweise, eher einer „digitalen Transformation“! Im privaten Bereich basiert diese Transformation vor allem auf der Art und Weise der Kommunikation, welche unser Verhalten sehr stark beeinflusst. Information ist sofort und überall verfügbar und wir verkommen vermehrt zur „Instant Gesellschaft“; planlos, unverbindlich und egoistisch!

Im April 2016 hat der Bundesrat mit seiner Strategie „Digitale Schweiz“ die Leitlinien für das staatliche Handeln vorgestellt, welche den Transformationsprozess in der Gesellschaft, der Wirtschaft und dem Staat führen sollen. Im September 2018 hat das BAKOM, führend für die Umsetzung der Strategie „Digitale Schweiz“,  die Umsetzungsmassnahmen der Bundesverwaltung in zehn Aktionsfeldern vorgestellt. Die definierten Massnahmen haben eine direkte Auswirkung auf unsere Lebensweise, welche von der Mehrheit der Menschen, weder wahrgenommen noch verstanden worden ist.

So ist die Ausrüstung der Schulen mit WLAN und Tablets und der Lehrplan 21 eine Puzzleteil im grossen Bild der Digitalisierung, wie auch die Einführung von 5G in der Mobilfunkkommunikation, das elektronische Patientendossier als eine E-Health-Massnahme und die Installation von Smart-Metern mit dem Vorwand die Energieverteilung effizienter steuern zu können.

Keine Angst! – Wir haben alles unter Kontrolle!

In der NZZ, 10.09.2018 mit dem Titel „Der Bundesrat treibt die Digitalisierung voran. […] Sie setzt dabei auf ein innovativeres Vorgehen – und künstliche Intelligenz.“  wird geschrieben, dass der Bundesrat in seiner überarbeiteten Strategie „Digitale Schweiz“ den inhaltlichen Schwerpunkt stärker auf den Menschen und auf die Bildung verschoben hat. Der oberste Grundsatz laute nun: «Den Menschen in den Mittelpunkt stellen.» und somit die Digitalisierung an erster Stelle im Bereich der Bereich Bildung, Forschung und Innovation vorantreiben!

Würde der Bundesrat wirklich „Den Menschen in den Mittelpunkt stellen“, wären die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen der Digitalisierung auf den  Menschen und vor allem auf die Jungend ein wichtiges  Thema! Schlussendlich profitiert wieder die Wirtschaft, welche für viel Geld Schulen umrüsten, die IT-Infrastruktur unterhalten und zukünftigen Kunden entsprechend konditionieren kann!

Es scheint, als ob die Regierung alles unter Kontrolle hat und es absolut keine Probleme gibt. Es werden zwar alle dazu „eingeladen ihre Sicht einzubringen“ (Rede von Bundespräsidentin Doris Leuthard, Biel, 20.11.2017) doch Massnahmen um negative Auswirkungen zu verhindern oder zumindest minimieren gibt es keine!

Die möglichen NEBENWIRKUNG DER DIGITALISIERUNG  sind vielfältig, wie die folgenden Artikel zeigen.

Welt.de/ 01.10.2018 / Handysucht treibt Jugendliche in die Kurzsichtigkeit
Die Probleme von Kindern und Jugendlichen beim Sehen nehmen dramatisch zu. Hauptgrund ist die exzessive Nutzung von Handy und Tablet, so eine Studie. Die gesellschaftlichen Folgen sind einschneidend.“

SRF Puls / 2.09.2019 / Unsere Augen werden immer schlechter
Niemand fühlt sich verantwortlich – Dass die Kurzsichtigkeit ein weitreichendes Gesundheitsproblem ist, findet auch die Fachgesellschaft für Augenheilkunde. Beim Bundesamt für Gesundheit fühlt man sich nicht verantwortlich mit der Begründung, dass man keinen Auftrag habe. Hierzulande will offenbar niemand aktiv werden.

20 Minuten / 07.07.2019 / Acht Anzeichen, dass du Handysüchtig bist
„Eine Befragung bei über 750 Schülerinnen und Schülern aus dem Kanton Bern hat ergeben, dass Jugendliche die Handysucht als grösstes Suchtproblem ihrer Generation wahrnehmen. 71,9 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Smartphone-Sucht in ihrer Generation am meisten verbreitet ist.“

Blick / 18.10.2018 / Diagnose Handy-Sucht – Zurück ins echte Leben
„Viele Schweizer finden, dass sie zu viel Zeit am Handy verbringen. Die Diagnose Handy-Sucht ist da nicht mehr weit entfernt. Jetzt bieten immer mehr therapeutische Einrichtungen Hilfe an.“

SRF Medienclub / 16.08.2017 / Immer am Handy
„Ohne Handy? Unvorstellbar für die «Generation Smartphone». Die Jungen sind rund um die Uhr vernetzt; sie chatten, gamen, posten. Ältere Zeitgenossen warnen vor Onlinesucht und Verdummung. Die Jugendlichen fragen zurück: Wo ist das Problem?“

Haben wir noch alles unter Kontrolle?

20 Minuten / 18.03.2019 / Sek-Schüler führten Nazi- und Porno-Chat
„Sek-Schüler aus Elgg ZH haben in einem WhatsApp-Chat namens «FC NSDAP» Gewaltvideos, Pornos und radikale Äusserungen verbreitet. Es laufen Strafverfahren.“

Tagesanzeiger / 15.04.2019 / Suizid wegen Mobbing: Zwei Jugendliche verurteilt
„Eine 13-Jährige beging Suizid, weil sie im Netz gemobbt worden war. Zwei Jugendliche wurden deswegen verurteilt. Ihre Mutter plant nun eine Kampagne gegen Cybermobbing.“

20 Minuten / 24.11.2019 / «Mitschüler verprügelten und beleidigten mich»
„Fast doppelt so viele unter 18-Jährige wie früher gehen laut neuen Zahlen zum Psychiater. Eine Chefärztin macht den Schuldruck verantwortlich.“

Vorsorge ist möglich! – Wenn der Wille vorhanden ist!

20 Minuten / 25.10.2016 / Stadt ist in Schulen gegen abschaltbares WLAN
„Um die Kinder vor Strahlenbelastung zu schützen, forderte eine IG per Petition ein abschaltbares WLAN in Schulzimmern. Doch der Stadtrat ist dagegen – Aus pädagogischer und didaktischer Sicht ist ein allzeit verfügbares WLAN unverzichtbar!“